UN-Klimakonferenz in der HTL Imst

UN-Klimakonferenz mit Hitzediagramm am Bildschirm
Enroads Bildschirmfoto, UN Klimakonferenz nachspielen
Enroads Bildschirmfoto, UN Klimakonferenz nachspielen

Im Workshop „UN – Klimakonferenz für Schulen“ werden Schüler:innen zu Konferenzteilnehmer:innen

Der Workshop „UN – Klimakonferenz für Schulen“ ist ein Rollenspiel, indem eine UN-Klimakonferenz simuliert wird. Hier müssen die Schüler:innen selbst zu Konferenzteilnehmer:innen werden und als Vertreter:innen der Länder und Interessensgruppen klimapolitische Entscheidungen treffen.

Wie fließen die Meinungen unterschiedlicher Interessensgruppen dabei zusammen? Welche politischen, wirtschaftlichen und sozioökonomischen Bedürfnisse stehen hinter diesen Entscheidungen?

Wie wirken sich diese Entscheidungen aus? Mithilfe der Computersimulation En-ROADS ist das sofort sichtbar. Der Workshop vermittelt anschaulich, wie komplex globale Entscheidungsfindung ist.

Portraitfoto von Lehrerin der HTL Imst
Simone Praxmarer, Lehrerin der HTL Imst

Im Interview

Simone Praxmarer unterrichtet in der HTL Imst Geographie

Simone hat den Workshop bereits drei mal Mal gebucht.

 

Was gefällt dir am Workshop? 

Im Unterricht behandeln wir auch den Klimawandel und die UN-Klimakonferenzen. Alles, was mit politischen Entscheidungen zu tun hat, ist im Unterricht oft sehr schwer zu vermitteln. Im Rollenspiel sieht man, welchen Einfluss die politischen Abläufe in der Klimakonferenz auf das eigene Leben haben und wie die Problematiken der Entscheidungen sich auswirken.

Obwohl das Thema Klimawandel eines der wichtigsten ist im Lehrplan, findet sich oft im regulären Unterricht wenig Platz dafür.

 

Ich finde super,  dass es eine Einrichtung wie das Klimabündnis gibt, die immer wieder an Schulen kommt und das Thema in den Köpfen verankert und frischen Input bringt und somit das Gelernte auch festigt.

 

Wie kommt der Workshop bei den Schüler:innen an?

 

Besonders blühen hier natürlich die extrovertierten Schüler:innen auf, aber auch die stillen Beobachter:innen lernen viel dabei.

Die Schüler:innen sind auch gut vorbereitet. Ich sehe mit ihnen schon vorher ein Erklärvideo zu den Klimakonferenzen. Wir besprechen, was hier debattiert und verhandelt wird und was die Klimaziele sind.

 

Was ist gut gelaufen?

Wir haben es bei keiner Konferenz geschafft, das 1,5 Grad Ziel zu erreichen mit unseren Maßnahmen.

Die Schüler:innen konnten sehen, wie schwierig es ist, Einigungen zu erzielen, aber es ist auch nicht unmöglich. Und das ist die Key-Message- man kann was verändern, wenn man hart daran arbeitet.

 

Es wurde viel diskutiert und versucht, einen Konsens zu finden, aber es war für alle Gruppen herausfordernd.

Schüler der HTL Imst
Interviewpartner aus der 1. Klasse der HTL Imst

Stimmen von Teilnehmern aus der UN-Klimakonferenz an der HTL Imst Philipp

Wie hat dir der Workshop gefallen?

Es war ganz interessant. Bei mir war es das erste Format in so einer spielerischen Form.

 

Welcher Delegation warst du zugeteilt?

Ich war bei der Delegation Industrie und Handel.

 

Wie hast du dich in der Rolle gefühlt? 

Ich konnte mich gut identifizieren. Industrie ist ja sehr wichtig. Auch die Rolle als Führungskraft hat mir gut gefallen. Die Aufgaben sind mir leicht gefallen.

 

Auf welche Maßnahmen habt ihr euch geeinigt?

Erneuerbare Energien. Wir möchten unsere Energiegewinnung auf Strom umstellen und dafür auf Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft umstellen.

 

Was nimmst du mit aus dem Workshop?

Ich habe realisiert wie viele Diskussionen es da gibt und dass der Klimawandel ein riesiges Problem ist und eine Gefahr darstellt.

 

 

Schüler der HTL Imst
Interviewpartner der 1. Klasse HTL Imst

Maximilian

Wie hat dir der Workshop gefallen?

Es war ganz okay.

 

Welcher Delegation warst du zugeteilt?

Ich war bei den Entwicklungsländern.

 

Ihr habt euch sehr aktiv beteiligt an der Diskussion?

Ja, weil wir gehört werden müssen. Entwicklungsländer sind die Sündenböcke auf der Welt, so würde ich das sagen. Auch beim Klimawandel kriegen wir am meisten ab und tragen am wenigsten dazu bei.

 

Wurdet ihr gehört?

Ja, gehört schon, aber nicht richtig beachtet. Unsere Anliegen verschwanden sehr schnell wieder. So wie wenn man Sand im Wasser aufwirbelt: Irgendwann sinkt er zurück und man sieht nichts mehr davon.

 

Welche Maßnahmen habt ihr vorgeschlagen?

Wir wollten Kohle durch erneuerbare Energien austauschen. Das wurde auch angenommen.

 

Schüler der HTL Imst
Interviewpartner aus der 1. Klasse der HTL Imst

Markus

Wie hat dir der Workshop gefallen?

Gut. Ich hätte aber gern etwas geändert. Hier mussten wir uns für eine Sache entscheiden, im echten Leben in der Politik ist das nicht so.

Welcher Delegation warst du zugeteilt?

Landwirtschaft, Boden und Forst.

Wie hast du dich in der Rolle gefühlt?

Es war super.

 

 

 

Die Eckdaten des Workshops UN-Klimakonferenz für Schulen

Für wen?

8. bis 13. Schulstufe, empfohlen wird eine Gruppengröße ab 30 Schülerinnen

Der Theorieteil kann zeitlich flexibel an die bestehende Kursstruktur angepasst werden – zwischen 2 und 3 Unterrichtseinheiten à 50 Minuten. Danach kann auf Wunsch eine Exkursion an einen Bahnhof oder eine Bushaltestelle durchgeführt werden.

Zeitrahmen

In vier Unterrichtseinheiten erleben die Schülerinnen und Schüler nach einem informativen Input wie herausfordernd der weltweite Klimaschutz ist. Die Klimakonferenz wird von zwei Moderator:innen des Klimabündnis Tirol geleitet.

Kosten

Keine, das Angebot wird vom Land Tirol, Abteilung Elementarbildung und allgemeines
Bildungswesen gefördert. Das Kontingent ist begrenzt.

 

Was ist En-Roads, die Computersimulation mit der auf dem Workshop gearbeitet wird?

 

En-ROADS wurde von Ventana Systems, dem Sustainability Institute und der MIT System Dynamics Group entwickelt und richtet sich sowohl an Entscheidungsträger als auch, in Form eines interaktiven Rollenspiels, an die breite Öffentlichkeit. Die Anwendung ist sehr einfach und führt zu unmittelbaren Ergebnissen. Sie hilft zu verstehen, wie sich Treibhausgasemissionen und Emissionen von Landnutzungspraktiken auf Erdatmosphäre, Erderwärmung und Meeresspiegel auswirken. En-ROADS wird auch tatsächlich bei internationalen Klimaverhandlungen verwendet und veranschaulicht so die Auswirkungen klimapolitischer Maßnahmen für die Konferenzteilnehmer:innen.  

 

Gefördert vom Land Tirol, Abteilung Elementarbildung und allgemeines
Bildungswesen.