Die zunehmende Digitalisierung eröffnet vielfältige Möglichkeiten, gesellschaftliche Herausforderungen aktiv anzugehen. Im Forschungsprojekt PARADIES wurde untersucht, wie digitale Technologien dazu beitragen können, Gesundheit zu fördern, Nachbarschaften zu stärken und die Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen – für ältere Menschen, ihre (pflegenden) Angehörigen sowie für Stakeholder:innen wie Gemeinden oder Vereine, die Angebote für ältere Menschen gestalten.
Im Mittelpunkt standen digitale Lösungen, die
Digitale Technologien können auf verschiedenen Ebenen zu einer sozial vernetzten, gesundheitsfördernden und klimafitten Nachbarschaft beitragen. Ihr Nutzen unterscheidet sich dabei je nach Zielgruppe.
Digitale Tools fördern soziale Teilhabe, etwa durch Videoanrufe, soziale Netzwerke oder Informationen zu Bewegungs-, Kultur- und Freizeitangeboten. Zudem können sie den Alltag erleichtern, zum Beispiel durch Erinnerungshilfen oder Notrufsysteme. Entscheidend sind eine einfache Bedienung sowie altersgerechte Schulungsangebote.
Für Angehörige und Pflegende bieten digitale Technologien spürbare Entlastung, etwa durch Pflege-Apps, Medikamentenerinnerungen oder Telepflege-Angebote. Austauschplattformen und Online-Selbsthilfegruppen stärken darüber hinaus die emotionale Unterstützung. Voraussetzung sind leicht zugängliche, intuitive und bedürfnisorientierte Lösungen.
Digitale Lösungen können Verwaltungsprozesse effizienter gestalten und neue Formen der Bürgerbeteiligung ermöglichen. Plattformen für Feedback und Mitgestaltung stoßen zwar auf großes Interesse, erfordern jedoch ausreichende Ressourcen und klare organisatorische Abläufe. Nachhaltig wirksam sind sie nur, wenn sie gut in den Verwaltungsalltag eingebettet sind.
Eine empirische Erhebung im Projekt Paradies mit 134 älteren Personen (Durchschnittsalter 78 Jahre) in Wiener Neudorf und Klosterneuburg zeigt: Das Mobiltelefon ist mit Abstand das meistgenutzte digitale Gerät. 76 % der Befragten nutzen regelmäßig ein Handy, 37 % verfügen über einen PC oder Laptop. Smartwatches oder Fitnessuhren sind mit jeweils 7 % wenig verbreitet, andere digitale Technologien spielen kaum eine Rolle (2 %).
Digitale Technologien werden überwiegend zur Kommunikation genutzt (93 %). Weitere Einsatzbereiche sind Orientierung (48 %), Weiterbildung und Lesen (32 %) sowie Gesundheit (12 %).
Die Ergebnisse aus dem Projekt Paradies machen deutlich: Digitale Technologien können persönliche Begegnungen nicht ersetzen. Ältere Menschen nutzen sie vor allem zur Kommunikation, während Information, Beteiligung und Mitgestaltung bevorzugt über direkten menschlichen Kontakt erfolgen. Für Partizipation und Empowerment sind daher persönliche Ansprache und Austausch zentral; digitale Tools können diesen Prozess sinnvoll ergänzen.
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Nutzung sind barrierefreie Zugänge, begleitende Schulungen und eine gute organisatorische Einbettung. Auch für Angehörige und Gemeindemitarbeiter:innen ist digitale Medienkompetenz eine Schlüsselqualifikation, um Informationen gezielt zu finden, zu bewerten und anzuwenden. Gemeinden verfügen über großes Potenzial als digitale Schnittstelle zur Bevölkerung, stoßen jedoch häufig auf personelle und organisatorische Grenzen. Um digitale Lösungen wirksam zu machen, braucht es Koordination, kontinuierlichen Dialog und begleitende Evaluation.
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